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10.06.2021

Planung in SAP Analytics Cloud (SAC) mit SAP S/4HANA Daten

SAP Analytics Cloud (bekannt unter der Abkürzung SAC) ist die strategische Front-End-Lösung für die Funktionen Datenvisualisierung (Reporting), Geschäftsplanung und Predictive Analytics. Als Cloud-Lösung für alle Anwendungsbereiche, kombiniert die SAC alle drei Funktionen in einer einzigen Cloud-Plattform. SAC ist durch eine einzige Webadresse abrufbar und präsentiert unterschiedliche Geschäftsbedürfnisse auf einer einzigen Benutzeroberfläche. Ein Alleinstellungsmerkmal der SAC ist die Neugestaltung und die Modernisierung der unternehmerischen Planungslandschaft. Die SAC verfügt über eine Vielzahl moderner Integrationsmechanismen, mit denen Unternehmen die ohnehin fragmentierten Planungsprozesse systematisch vereinheitlichen können. Die SAC-Lösung unterstützt verschiedene Input-Schnittstellen und die Integration mit SAP- und Non-SAP-Tools. Dies macht das Aufsetzen eines ganzheitlichen und zentralen Unternehmensplanungsprozesses und die konsequente Verbesserung der Strategieintegration möglich. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Planungsdigitalisierung ist die Möglichkeit in der SAC, treiberbasierte Simulationsszenarien zu nutzen – ein Mechanismus, der sowohl die Top-down, als auch die Bottom-up orientierte Planung unterstützt. Dabei werden historische Daten als Vermögenswerte genutzt, um den zukünftigen Weg des Unternehmens proaktiv zu gestalten. Nicht zu vergessen sind die vielfältigen Planungsfunktionen, z.B. Versionskopien, Umwertungs- und Verrechnungsfunktionen, mit denen Plandaten automatisiert bearbeitet werden können.

Ziel dieser Blog-Serie ist es, die Planungswerkzeuge von SAP Analytics Cloud aus funktionaler Sicht zu erläutern.

Entstehung eines Planungsmodells in SAP Analytics Cloud (SAC) am Beispiel von SAP S/4HANA Daten

SAP Analytics Cloud ist neben SAP Business Planning and Consolidation (BPC) das Planungs-Tool im SAP Front-End-Portfolio. Ausgangspunkt jenes Planungsprozesses in der SAC ist es, ein Planungsmodell aufzusetzen. Ein Planungsmodell entsteht durch eine Integration zwischen der SAC und einer Datenquelle, welche SAP-, Non-SAP-Lösung oder eine Excel-Flatfile sein kann.

1. Auswahl eines Modelllayouts

In der SAC ist generell zwischen dem klassischen Planungsmodelltyp (Konto-Modell) und dem neuen Planungsmodelltyp (Kennzahl-Modell) zu unterscheiden.

In einem klassischen Kontomodell werden Modellwerte in einer einzelnen Standardkennzahl gespeichert. Dabei wird die Kontostruktur genutzt, um Berechnungen hinzuzufügen, Einheiten anzugeben, eine Kontohierarchie zu erstellen und Aggregationstypen für alle Daten festzulegen. Der neue Modelltyp (Kennzahl-Modell) macht Kennzahlen als einzelne Entitäten verfügbar und ermöglicht Ihnen, mehrere Kennzahlen mit individuellen Aggregationseinstellungen und Einheiten, die Ihren Daten entsprechen hinzuzufügen und zu konfigurieren. Das Kennzahl-Modell sorgt für mehr Flexibilität. Der Benutzer kann sich an der Struktur eines klassischen Kontomodells mit einer einzelnen Kennzahl und einer Kontodimension orientieren, oder er kann die Kontodimension entfernen, wenn sie für seinen Anwendungsfall nicht erforderlich ist.

2. Anbindung von SAP S/4HANA an die SAC

In der SAC werden Planungsmodelle – zumindest zum Zeitpunkt der Blogveröffentlichung – nur durch die Importverbindung (auch Data Acquisition genannt) unterstützt. Anders als bei der Live-Verbindung, bei der lediglich Metadaten in die SAC gespeichert werden, werden in der Import-Verbindung Daten (Stamm- und Bewegungsdaten) vom ausgewählten Quellsystem in die SAC exportiert und dort repliziert.

2.1. Auswahl eines OData Services

Mit den OData Services werden Daten und Felder aus SAP S/4HANA (Back-End-System) der SAC-Anwendung über die Import-Verbindung zur Verfügung gestellt. Die Stammdatendimensionen werden in den korrespondierenden OData Services gespeichert. So sind die Produktstammdaten in den OData Service „A_Produkt“ gespeichert. Dagegen wird die Gesamtheit der Belege als „Single Source of Truth“ in einer zentralen Clustertabelle, der sogenannten ACDOCA-Tabelle (Universal Journal) gespeichert. So werden bei der Integration zwischen der SAC und S/4HANA zum Beispiel, aktuelle Bewegungsdaten aus der ACDOCA-Tabelle (mit allen Feldern für das Hauptbuch, Controlling, Anlagenbuchhaltung und Materialledger) über OData Service „A_JournalEntryItemBasic“ in die SAC geladen.

Für die Planung wird der OData Service „A_JournalEntryItemBasic“ genutzt.

In der SAC werden zunächst Stammdaten-Strukturen angelegt und mit dem entsprechenden OData Service befüllt. Im Anschluss werden die SAC-Struktur und Quellsystem-Struktur, zum Beispiel SAP S/4HANA, nebeneinander angezeigt. Das Ziel ist es, jedes Quellsystemfeld (SAP S/4HANA) zu einem Zielsystemfeld (SAC) zu mappen. Per „Drag & Drop“ können Felder manuell gemappt werden. Anhand des Mappings werden die Belegstammdaten durch betriebswirtschaftliche Zuordnungen von Businessobjekt-Identifikationsnummern (Buchungskreis-ID, Kostenstelle-ID) harmonisiert.

2.2. Aktualisierung von Ist-Daten

Anders als bei der Live-Verbindung werden beim Datenimport die Datenänderungen im Quellsystem nicht automatisch in die SAC übernommen. Stattdessen werden Datenimportaufträge entweder manuell (ad-hoc Aktualisierung) oder geplant (Dauer-Scheduling) ausgelöst.

Fazit

Sobald der Prozess zur Erstellung eines Planungsmodells erfolgreich abgeschlossen ist, können Benutzer verschiedene Planungsszenarien mit den verfügbaren Fakten (Ist-Daten) erstellen. Hinsichtlich der Umsetzung eines zentralen Planungssystems werden Daten aus verschiedenen Quellen in SAP Analytics Cloud zusammengefügt (Datamodell Blending) und so eine einheitliche Sicht der Planungsdaten erstellt.