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Chancen nutzen und aus verpassten Gelegenheiten lernen…

…dieser Ratschlag zieht sich als roter Faden durch das kürzlich erschienene Buch „Unternehmung 4.0“ des Nestors der europäischen IT, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Wir haben uns zunächst in den ersten Themenblock des Buches vertieft, der sich mit den Treibern der Digitalisierung befasst:

Sprunghafte technologische Entwicklungen rund um das Internet lassen ganz neue Businessmodelle entstehen, die traditionelle Geschäftskonzepte nicht selten unwiderruflich vernichten. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass der weltweit agierende Kodak Konzern als Spitzenanbieter für die Fotofilmproduktion einmal aufgeben müsste, weil der Prozess der Fotografie durch die Digitalisierung, konkret die Nutzung von modernen (Handy-)Kameras, komplett auf den Kopf gestellt wurde? Hier manifestiert sich bereits ein Treiber der Digitalisierung, die grenzkostenlose Produktion, bei der zwar die Infrastruktur aufgebaut und erhalten werden muss, die Produktion selbst aber keine neuen Kosten generiert. Per W-Lan können beliebig viele kostenlos entstandene Fotos an beliebig viele Personen kostenlos versendet oder für sie gepostet werden – sofort oder später. Dagegen hat die Fotokamera mit Film als Massenprodukt keine Chancen mehr, sie verschwindet in der Nische der Profifotografen und Spezialisten.

Auch andere Prinzipien, die durch die digitale Welt nicht nur möglich werden, sondern sich zunehmend in der Gesellschaft verankern, inspirieren insbesondere Start-up Unternehmen zu neuen Businessmodellen. Dazu gehört die Individualisierung, die uns zum Kunden für mymüsli werden lässt oder uns den Vorzug gibt, über E-Learning Sequenzen Art, Ort und Zeit unseres Lernens selbst zu bestimmen.

Nicht minder disruptiv wirkt sich auch das Prinzip der Selbststeuerung aus – wer autonom fährt braucht keinen Fahrer, wer mit seinem Laptop überall in der Welt vernetzt arbeiten kann, stellt als Wissensarbeiter ganz neue Ansprüche an potenzielle Arbeit- oder Auftraggeber.

Der Handel verändert sich durch große Plattformunternehmen, die sich, zumindest bisher, unaufhaltsam und mit wachsender Marktmacht als Vermittler zwischen Kunden und Anbieter drängen.

Diese und andere Prinzipien eröffnen dank technologischer Sprünge wie die erfolgreiche Nutzung neuronaler Netze in der Künstlichen Intelligenz ganz neue Möglichkeiten für die Wirtschaft – auch in Deutschland. Denn das ist Scheer wichtig: Es gilt Entwicklungen nicht nur vorausschauend zu analysieren, sondern auch rechtzeitig die Lehren daraus zu ziehen. Es geht um den Mut zu neuen Businessmodellen Made in Germany oder gerne auch Made in Europe, damit die neue Welle der Digitalisierung zum Anschieber und nicht zur Walze wird!

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